St. Michaelsgemiende Wolfsburg
Eine Kirchengemeinde der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK)   

„Seht, welch eine Liebe hat uns der Vater erwiesen, dass wir Gottes Kinder heißen sollen!“ (1. Johannes 3, 1)

Wir sind Gottes Kinder – welch ein Wunder!

Haben wir es noch vor Augen oder aus der Kindheit im Gedächtnis? Wie die Kinderaugen strahlten, als sie die herrlichen Weihnachtsgeschenke sahen: „Schau doch, ein Puppenwagen. Sieh doch, eine Eisenbahn!“ So wollen die Kinder uns an ihrer Freude Anteil haben lassen.

So strömt auch der Apostel Johannes über vor lauter Freude: „Seht doch, welch eine Liebe uns der Vater erwiesen hat!“ Wörtlich „gegeben hat“. Es ist ein großer Unterschied, ob uns jemand etwas Großartiges erweist oder gibt, ob der Vater im Himmel uns seine Liebe zeigt oder schenkt. Diese Liebe ist uns gegeben worden. Sie gehört Dir, lieber Leser. Der Allmächtige hat seine Liebe vollkommen in Deine Hände gegeben, damit sie Dein Eigen sein.

Diese Liebe ist kein Gefühl, keine Stimmung, die sich hin und her bewegt. Diese Liebe ist Fleisch geworden, sie hat Hände und Füße. „Also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab.“ Diese Liebe Gottes ist greifbar geworden in dem Kind der Krippe. Mehr noch: diese Liebe ist aktiv, sie packt zu. Echte Liebe bemüht sich um den anderen und setzt sich tatkräftig für ihn ein. Wenn jemand im Wasser nach Luft schnappt, ist ihm mit liebevollen Worten nicht geholfen: er ertrinkt. Nein, voller Einsatz ist gefordert.

Diese Liebe, der Sohn Gottes lässt sich nicht bedienen oder verwöhnen, sondern Jesus Christus geht den Weg zum Kreuz, um für die Menschen zu sterben, um ihre Schuld zu sühnen, um das aus dem Weg zu räumen, was uns von unserem Gott und Vater trennt. So macht uns der Heiland zu Kindern des Allmächtigen und trägt uns zum Vater. Denn dort bei ihm sollen wir leben, umgeben von seinem Schutz, getragen von seiner Kraft, erfüllt von seiner herzlichen Liebe, in der Gewissheit, dass uns nichts scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist. Kein Lebensereignis ist so schwer, dass er es nicht tragen, keine Dunkelheit so finster, dass er es nicht hell machen könnte. Ja, auch der Tod und das Grab können ihn nicht von uns treiben.

Andacht von Pfarrer Stefan Dittmer.

Herzliche Grüße,
Pfarrer Sergius Schönfeld